"Tank oder Teller ?"

Die Formel ist in Diskussionen beliebt und in den Medien allgegenwärtig, sachgerecht ist sie nicht.

 

Die Europäische Union hat jahrelang mit Flächenstillegungsprogrammen die Landwirte angereizt, Millionen Hektar an Ackerfläche stillzulegen. Die Agrarüberschüsse waren auf dem Weltmarkt nicht absetzbar und mussten noch aufwändig gelagert werden.

 

Europa ist eine natürliche Agrarüberschussregion. Rückläufige Bevölkerung, gesundere Ernährung und technischer Fortschritt in der Nahrungsmittelerzeugung tragen noch verstärkt dazu bei. Die gigantischen Produktivitätsfortschritte der Landwirtschaft in den Neuen Bundesländern lassen uns ahnen, welches Potential in den osteuropäischen Flächenländern von Polen über Weißrussland bis hin zur Ukraine noch gehoben werden wird.

 

Wenn Exportchancen bestehen, werden diese ohne Zweifel von der europäischen Nahrungsmittel- wirtschaft ergriffen. Auch Nahrungsmittelhilfe im Rahmen politischer Entwicklungshilfe kommt hinzu.

 

>   Darüberhinaus steht noch ein erheblicher Teil der europäischen Agrarfläche zur Verfügung.

>   Diese Fläche kann und sollte für die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe genutzt werden.

>   Nicht Tank oder Teller?, sondern Teller und Tank! muß im Mittelpunkt der Diskussionen stehen.

Worauf wir setzen

Zuckerrüben als Biogassubstrat

Zuckerrüben sind ein begeisterndes Biogassubstrat. Zuckerrüben haben die höchste Flächenpro- duktivität und liefern eine hervorragende Biogasausbeute. Gleichzeitig läßt sich die Anlagentechnik weitgehend automatisieren. In den landwirtschaftlichen Anbau passen Zuckerrüben als zusätzliche Kultur, als Blattfrucht und als Tiefwurzler bestens, gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Zwischenfruchtanbau

Der Anbau von Zwischenfrüchten eröffnet zusätzliche Spielräume für ein Miteinander von Teller und Tank. Er stellt Anforderungen an das pflanzenbauliche und betriebliche Management in der Land- wirtschaft und erfordert einen konsequenten Blick auf die Stückkosten des erzeugten Gärwerts.

Zwischenfrüchte können nicht nur die Produktivität der Ackerfläche steigern, sie binden Nährstoffe und Bodenfeuchtigkeit in der Ackerkrume, reichern Humus im Boden an, verbessern die Bodengare und verhindern Winderosion. Der ganzjährige Feldaufwuchs ist zudem ideal für die Verwertung des Gärrests der Biogasanlage als hochwertiger Dünger.

Feldberegnung

Landwirtschaftliche Beregnungsprojekte werden an Bedeutung zunehmen.

Verwertung von Reststoffen

Sofern aus Projektsicht nichts dagegen spricht, sollten zuerst die Stoffe eingesetzt werden, die keine alternative Verwertung haben, zum Beispiel:

  • Mist und Gülle aus der Tierproduktion,
  • überschüssiges Gras von Grünlandflächen,
  • Landschaftspflegematerial,
  • Grünabfälle,
  • pflanzliche Nebenerzeugnisse und Reststoffe aus der Nahrungsmittelproduktion.

Lagerung der Gärsubstrate

Die Art der Lagerung der Substrate für den ganzjährigen Einsatz in der Biogasanlage ist nicht nur für die damit verbundenen Kosten von Bedeutung, sondern auch für den vorbereitenden Aufschluss der Biomasse sowie für eine rationelle Beschickung der Biogasanlage.

 

>   pro agri verfügt über gute Kenntnisse und praktische Erfahrungen zu den Spezialthemen

     Flüssigsilierung in Hochbehältern, Silierung von Biomasse in Erdbecken und Schlauchsilierung

     sowie zu Lagerung und Silierung von pflanzlichen Reststoffen der Nahrungsmittelproduktion.